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„Und wenn wir alle zusammenziehen?“ – Ein Film übers Altwerden in Gemeinschaft

Das rasante Altern unserer in erster Linie westlichen Gesellschaften ist bekannt und wird von Politik, Wirtschaft und auch der Kultur intensiv diskutiert. Jüngstes Beispiel für ein gelungenes künstlerisches Schaffen ist der Kinostreifen “Und wenn wir alle zusammenziehen?“, der die Erlebnisse von Rentnern, die sich in einer WG zusammenraufen, in geschickter Ironie und mit viel Herz und filmischem Können darstellt.
Die Beteiligten sind allesamt französische Individualisten, die Briten nicht sonderlich mögen, dafür aber gern dem Wein zusprechen und auch der Liebe noch längst nicht abgeschworen haben. Annie, Jean, Jeanne, Albert und Claude heißen die Protagonisten und als deren Alltag immer beschwerlicher wird, beschließen sie die Gründung einer Wohngemeinschaft. Als gemeinsames Haus fungiert künftig das ein wenig seltsame, in jedem Fall aber geeignete Anwesen von Annie, das groß genug für alle ist und zudem auch den richtigen Charme für die Altersgenossen aufweist.
Nicht nur die Probleme des Alltags, das Kochen und ungeliebte Putzen, sorgen für Wirbel, auch so manches zurückliegende Ereignis wie die vergessene (oder verdrängte) Affäre bringen die Alten richtig auf Trab! Sie müssen sich und ihre Freundschaft beweisen, zusammenstehen und manche knifflige Herausforderung lösen – beste Unterhaltung ist also garantiert!Botschaft des Streifens: Alt werden ist zwar nicht gerade das Beste auf dieser Welt, aber es ist akzeptabel, vor allem und gerade wenn man in Frankreich alt werden kann! Rüstige Senioren, das ist das Thema, sind sehr wohl in der Lage und auch willens, ihr Leben und ihren Lebensabend in Würde, Witz und Verlässlichkeit zu verbringen. Der Film weckt Interesse und Verständnis für die Sorgen der älteren Generationen und er stellt zudem auch eine ganz entscheidende Entwicklung dar: Immer mehr Menschen erreichen das Rentenalter und nicht selten stellt sich ihnen dann die Frage nach Sinn und Bedeutung des eigenen Daseins. Hinzu kommen die Widrigkeiten eines schwächeren Körpers, die der Film „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ in melancholisch – humoristischer Weise darstellt und beleuchtet.
Zusammengefasst also ein wirklich aktueller und zugleich sehr unterhaltsamer Film. Er zeigt die Herausforderungen, welchen sich alte Leute stellen müssen und er zeigt die Erfolge, die sich durch Lebensmut und Freundschaft erzielen lassen, sympathisch und trotzdem deutlich.